Tag 82

14.03.2009 – 15:40

DER LETZTE ARBEITSTAG!

Gleichzeitig war auch Packtag und ich fahre heute Nacht doch schon heim!!!

Nach 82 Tagen musizieren in dieser 5*-Bar verlässt man die Alpen mit gemischten Gefühlen.

Der Mensch gewöhnt sich ja an alles. Dazu zählen natürlich auch die Umstände und Routine und ich glaube, der geregelte, wochenlange Ablauf mit den wenigen, freien Tagen ist trotz allem schon etwas Gewöhnliches geworden. Auch der Blick auf die kilometerhohen Berge war immer wieder faszinierend.

Aber da gibts eben auch die Punkte, die neben der aufkommenden Eintönigkeit das Dasein frustrierten. Das Personalzimmer ist auf jeden Fall okay aber nach einer Weile wünscht man sich einfach wieder eine eigene Dusche, Toilette und auch Möbel, Vorhänge und Teppiche, die nicht älter sind, als man selbst ist. Dazu kommt noch die Arbeit als Musiker. Denn was den ersten Monat noch Spass machte, wurde leider eintönig und bekam eine “Zeit-absitzen”-Mentalität. Man muss ja möglichst versuchen, den inneren Frust auf keinen Fall den Gästen zu zeigen. Doch dadurch, dass wir oft wochenlang ohne Erholungstag spielen mussten, ging das ganz schön an die Nerven.

Wie ihr in letzter Zeit mitgelesen habt, gings ja auch bei uns in der Band nicht immer fröhlich zu, was nicht unbedingt an diesem Ort hier lag, sondern bildlich gesehen das Fass schon vor der Saison voll war und nun eben übergelaufen ist. Das legt sich logischerweise jetzt, wo alles endet wieder.

Ich/Wir haben auch einen Schlusstrich gezogen – dies war nach 7 Jahren Berufsmusik meine letzte Wintersaison im Berner Oberland! Vielleicht hätte ich schon früher meine beruflichen Perspektiven ändern sollen, denn diese Saison war im Vergleich zu anderen nicht so schön.

ort1.jpgort21.jpgkarte.jpgauto.jpg

Nun es ist Zeit, dass ich wieder ein normales Leben daheim anfangen muss. Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen die Landschaft, den Eiger, den Ort und die Routine vermissen… aber alles andere ist für mich Geschichte.

~ Bye bye Grindelwald… ~

Tag 81

13.03.2009 – 16:02

Sonnenschein – ich verzichte auf einen Ausflug auf die Pisten, da ich verpennt habe und auf Grund des Gemütszustandeberg.jpgs keinerlei Motivation habe. Auslöser war gestern Abend die Diskussion um den Termin Anfang April, wo wir mit der Band auf Grund eines OpenAir Konzertes – so wie vorgestern erwähnt – eigentlich nicht mehr spielen sollten.

Tja, dies hat sich gestern geändert und wir müssen nun doch mal an diesem Tag hier spielen. Tragisch – an dem Tag davor haben wir eine Gala …das wird mal wieder Stress pur!

Wegen der prinzipiellen Lage gabs bei uns in der Band mal wieder Grundsatzdiskussionen und Auseinandersetzungen, die nun jegliche Stimmung meinerseits gedämpft haben.

Schade, das die letzten Tage der Saison so ein Ende haben…

Tag 80

12.03.2009 – 16:43

Das Ziel nähert sich. Mit heute sind es noch 3 Arbeitstage! Aus einem letzten Skitag wird wohl gar nichts mehr bzw. was scheisswetter.jpgwill ich jetzt noch im Nebel rumfahren um mir evt. noch so kurz nach über 80 Tagen in den Alpen was antun. Morgen soll es Wetterbesserung geben und am Samstag, wo dann die Sonne voll scheinen soll muss ich eh packen. Wenn ich am Sonntag heim fahre solls dann sogar wieder regnen! Immerhin sind die Straßen dann frei.

Ich denke, ich werde morgen nochmal einen letzten Ausflug in die höheren Lagen hier in der Region wagen und dann vorerst nicht mehr so schnell in die Berner Alpen kommen. Vorerst war nämlich noch geplant, dass unsere Band nochmal in der Hotelbar spielt, wenn hier Anfang April ein OpenAir Konzert ist. Diese Pläne wurden gestern verworfen und somit sind Eiger und Co. für mich die nächste Zeit Geschichte.kerze.jpg

Ansonsten habe ich bei solch einem Wetter zu viel Zeit. Und wenn man zu viel Zeit hat, befasst man sich intensiv mit Dingen. Die schlimmen, aktuellen Ergeignisse des gestrigen Tages in “meinem” Bundesland Baden-Würrtemberg dürften bekannt sein, doch ich wollte am gestrigen Tage und auch sonst nichts davon erwähnen. Aber durch das Internet und die dortigen Medienportale habe ich die Tragödie fast zeitgleich mitgelesen und die Bilder aus der schwäbischen Kleinstadt beschäftigen mich auch noch heute.

Das Thema wird in den Medien und vor allem der Blöd-Zeitung wieder mit etlichen Bildern, Videos und einer Flash-Animation regelrecht ausgeschlachtet. Klar – sollte man solch ein Geschehen niemals vergessen aber diese Senastionsgeilheit alá: “Sehen sie hier, wie sich der Amokläufer selbst richtet!” ist geschmackloser Schrott! Leider gibts in unserer heutigen Gaff-Gesellschaft genügend Leute, die solch eine Medienpolitik nicht boykottieren.

Das man im Internet nicht nur auf Sensationsgeilheit stößt, beweist die Homepage Gratefulness.org. Dort kann man für alle Zwecke eine Kerze anzünden, welche dann 48 Stunden lang virtuell brennt.

Ich denke, heute wäre es angebracht bei Gratefulness.org vorbei zu schauen…

Tag 79

11.03.2009 – 16:46

Die letzten Tage spielt das Wetter nochmal verrückt. Und wenn es mal verrückt spielt, merkt man es in den Alpen wetter1.jpgbwetter2.jpgesonders. In den vergangen Stunden war von Sturm, Schnee, Regen, Schneeregen, Graupelschauer bis hin zu blauem Himmel mit Sonnenschein alles vertreten. Rund jede Stunde ist eine andere Wettersitaution. Das schlägt auf den Magen oder es lag am Personalessen.

Desweiteren ist jede vergange Sekunde eine gewonne Sekunde, die mich näher an den Abreistaepisch.jpgg bringt! Naja, irgendwie werde ich die hohen Berge schon etwas vermissen. Auf den etlichen Fotos, die ich hier veröffentlicht habe, kann man die Dimension dieser Kack Kalkhaufen gar nicht einschätzen. Doch wenn ich mich jetzt umdrehe, dieses Zimmer sehe und einen kräftigen Luftzug durch die Nase nehme und dabei wieder mal die unterschiedlichsten Gerüche aus dem Flur des Personalhauses wahrnehme, nützt die ganze Schönheit der Alpen nichts.

Tag 78

10.03.2009 – 15:39

Ab heute kann ich die Tage meines beruflichen Aufenthalts an einer Hand abzählen. Wolken, Schnee und die Schneeschaufel gestalten meinen Alltag.

schneehaufen.jpg

Den weissen Haufen da hab ich hingeschissen hingeschaufelt. Problematik, nach einer Weile wurde mir beim schaufeln kreislaufbedingt schwarz vor Augen!!! Und da ich in 5 Tagen eigentlich hier und nicht da hin will, hab ich meine Auto-Ausbudeln-Mission abgebrochen.

Die wenigen Stunden, die ich täglich jeden Abend auf der Bühne zu sein habe, kommen auf Grund fehlender und vorallem regelmäßiger freien Tage langwierig vor. Erschreckend – während im Februar z.B. 10 Tage wie im Fluge vergingen kommen mir die beiden ersten Märzwochen wie eine Ewigkeit vor. Aber so lange mir beim musizieren nicht auch noch schwarz vor Augen wird, scheint alles in Ordnung zu sein. ;)

Nachtrag: twitter.jpg

Ich weiss immer noch nich genau, wass dieses twitter.com ist! Jedenfalls danke ich Doom für den neusten Eintrag! :)

Nachtrag Nr. 2:

Bonndorf ist in der Bild-Zeitung! Die Stadt ist auf der anderen Seite der Wutachschlucht und die unmittelbare Nachbar-Gemeinde von Löffingen. Heute Morgen kam ein Schulbus von der Straße ab. 16 Kinder wurden dabei verletzt. Ironischerweise fahre ich auf selbiger Straße am Sonntag heim. O_o! Auch die große Schweizer Zeitung “Blick” und viele andere berichteten.

Tag 77

09.03.2009 – 16:30

Als ich heute morgen aus dem Fenster schaute bezweifelte ich, dass ein angekündigter Schneeschauer auch eintreffen wird. Es lag dieser typische Neuschnee-Geruch in der Luft. Jener Geruch, welchen man auch im November / Dezember wahr nimmt, wenn es zum ersten mal schneit. Gut, als ich vorher nochmals aus dem Fenster schaute äußerte ich mich dementsprechend.

HÖRT DAS DENN NIE AUF?!?!

Hier mal der Vergleich:

strassemorgen.jpg strassemittag.jpg

Die Prognose sieht fürs Wochenende zum Glück noch gut aus! Es wäre toll, wenn ich Sonntag ohne Probleme heim fahren könnte. Und so wie es aussieht, hat sich das mit dem Ski-und Schlitten fahren auch erledigt bzw. fehlt bei solchen Schneeschauern die Motivation, überhaupt was zu machen.

neuschnee1.jpgneuschnee2.jpgneuschnee3.jpg

Übrigens kam links im atomicbase.de - Menü eine neue Kategorie dazu. Bei “Other Stuff” ist das sonstige Zeug untergeordnet. Dort werden dann auch nach der Wintersaison die neuen Beiträge archiviert.
Nun denn, leider habe ich sonst nichts zu berichten -> langsam beginnt das “Abreise-Fieber”. ;-)

Tag 76

08.03.2009 – 16:02

Warum immer auf den Skiern rum rutschen oder auf einem Schlitten verweilen, wenn man hier noch ganz andere, ungefährliche Sachen machen kann. Die Rede ist von 2 Basejumper, die am 21.02.2009 hier in der Region mit sogenannten “Wingsuit” Anzügen einen waghalsigen Stunt hinlegten. Spektakulär! Sie sprangen aus dem Helicopter, um möglichst nah am “Männlichen”-Bergrestaurant vorbei zu brausen und landeten danach in Wengen. Davon gibt es auch ein Video.

Weniger lustig findet das der hier ansässige Gemeindepräsident, da hier eine Gefährdung Unbeteiligter nicht ausgeschlossen ist.

Aber müsste man schlitteln dann ja nicht auch verbieten, da hier eine Gefährung von Rentnern Wanderer ebenfalls nicht ausgeschlossen ist?

Nein Spass…  Basejumper sollen abseits der Zivilisation rumfliegen!

Hier sinds für mich noch 6 Arbeitstage und in 7 Tagen fahre ich zurück in meine Heimat, was man definitiv als abseits der Zivilisation bezeichnen kann.  ;)

Zu guter Letzt mal wieder Bilder vom Sonntag, der seinem Namen alle Ehre macht:

sonne.jpgmannlichen.jpgeeiger.jpgcoltwinter.jpg

Tag 75

07.03.2009 – 17:20

So, noch eine Woche arbeiten und in 8 Tagen gehts heim! Ich kann das gar nicht oft genug schreiben. Zumindest ist hier laut den Busfahrplänen die “Hochsaison” vorbei. Ich bin ganz froh darüber. Die letzten 3 Wochen waren ja nur noch non stop vom abendlichen musizieren geprägt und es beginnt die Zeit, wo man nun auch mal froh ist, nicht jeden Tag die Arbeitskollegen sehen zu müssen. Naja.

Trotz Samstags war ich heute nochmals im Skigebiet, weil das Wetter nach den 48 Stunden Schneefall sich endlich besserte.

wetterhornwolken.jpgalpenwolken.jpgmettenbergwolken.jpgskibus.jpg

Leider fehlt mir jetzt die kreative Phase und Zeit, um einen ausführlicheren Tagesbericht zu schreiben. Mal schauen wie es morgen wird.

Tag 74

06.03.2009 – 16:29

rentnerschnee.jpgEs gibt hier keine Veränderungen und es schneit immer noch! Zwar ist der Schnee mehr nass als pulvrig aber die Touristen, die ja viel Geld für ihren Urlaub hier zahlen haben irgendwie alle die Arschkarte gezogen. Zwar sind alle Skianlagen auf aber das nützt einem wenig, wenn man auf Grund des Schneetreibens nichts sieht.

In der Schweiz finden mehr als die Hälfte diesen Winter nicht streng laut blick.ch. Aber es gibt Leute, die wirklich genug davon haben. Gerade wir als Saisonarbeiter, die mit PKWs in den Alpen sind findens nicht so rosig, da die steilen Nebenstraßen nicht gesalzen werden. Aber immerhin war ich trotzdem sportlich und habe heute unsere beiden Autos frei geschaufelt (eine Stunde und 30 Minuten lang). Immer noch besser, bevor ich wieder andere Sachen mache.

Und es sind nur noch 8 Arbeitstage!!! :)

Das auch dieser Beitrag etwas mehr Inhalt hat, hab ich hier jetz mal was von kevkevs komischen Weblog geklaut. Er hat nämlich eine Seite gefunden, die Sehschwächen simuliert! Soll heißen – mit einer Grafik wird angezeigt, wie man sehen sollte und wie man sieht. Da ich zu den kurzsichtigen Zeitgenossen gehöre, habe ich mal meine Werte eingegeben.

So sehe ich mit Kontaktlinsen oder Brille. Wenn ich keine Sehhilfe habe, sehe ich (angeblich) lediglich so!

Okay, dass mit den Buchstaben kommt hin aber so krass verschwommen würde ich auch ohne Kontaktlinsen die Straße oder Bäume nicht sehen. In der Dämmerung siehts auf jeden Fall so aus aber am hellichten Tag kommt es mir nicht so extrem vor, wie in der Grafik dargestellt. Wenn ihr auch eine Sehschwäche habt, könnt ihr eure Werte hier eingeben.

Tag 73

05.03.2009 – 16:29

Neeeeeein!!!!! Der Winter feiert seine ComeBack-Tour “SnOwing LikE ShIt” im Berner Oberland! Erst gestern waren noch alle Straßen schneefrei und sogar trocken. Selbst das typische Frühlingsgezwitscher der Vögel konnte man warnehmen. Aber seht selbst, wie es hier oben nun wieder aussieht:

schneebaum.jpgschneebaum2.jpgschneebaum3.jpgcoltschnee.jpg

Nichts gegen Schnee! Schnee rockt, sieht scheisse klasse aus, kann Freude aber auch Leid verursachen. Aber jetzt hängts mir zum Hals raus. Hoffentlich ist die ComeBack-Tour des Winters bald beendet. Nicht das ich auf Grund einer Aftershow-Party in 9 Tagen Probleme mit meiner Abreise habe. ;)

Eine gute Bekannte, die uns immer Anfang März hier besucht und auch atomicbase.de liest, äußerte sich gestern über meinen teils derben Schreibstil. Nicht, dass sie diesen schlecht findet, aber in der modernen Zeit ist es nicht unüblich, dass im Internet hier Leute landen, die eigentlich hier gar nicht landen sollten (potenzielle Arbeitgeber und Co.).

Fakt ist, dies ist ein privater, teils satirischer Weblog mit Hang zur Übertreibung. Wenn ich also z.B. mal schreibe “ich vegetiere vor mich hin” heisst das lediglich, dass ich etwas unterfordert bin und nicht, dass ich verkümmert in einer Ecke hocke und nur das Notwendigste mache, um nicht sterben zu müssen (atmen, essen etc.).

Oder wenn ich z.B. aktuell schreibe, dass andere Saisonarbeiter scheisse drauf sind entspricht dies eben einfach der Wahrheit, schadet keinem Hotel weil ich diese sowie so nie erwähne und es wäre pure Selbstironie, wenn ich hier nur aus Selbstschutz schreiben würde, alle sind super gut drauf und Saisonarbeit in der Gastronmie- und Unterhaltungsbranche ist das Schönste, was es gibt.

Ich weiss, dass mein Weblog zwar von einer Hand voll Leute gelesen wird aber ein großer Ansturm aus dem Internet gibts hier selbstverständlich nicht – warum auch?

Okay, ich habe dennoch mal minimale Entschärfungen bei den immer einsehbaren Seiten (Steckbrief, 100 Fragen etc.) vorgenommen aber nur weil mal irgendwer, irgendwann nach mir im Internet suchen “könnte”, werde ich meinen Schreibstil nicht überdenken.

Atomicbase.de wird im Grunde genommen so bleiben wie immer – übertrieben, satirisch, überparteilich und vorallem sinnlos. ;-)