Fernsehpreis 2008
Hätte Marcel Reich Ranicki diesen unaussagekräftigen Preis mit ein paar scheinheiligen Dankesworten entgegen genommen hätte ich nicht mal gewusst, dass es für den Blödsinn, welchen man im Deutschen Fernsehen ertragen muss sogar noch Preise gibt, die sich selbstverliebte Akteure und größtenwahnsinnige TV-Intendanten für ihren tagtäglichen Beitrag zur Volksverblödung in den Allerwertesten schieben. Ein alter Literaturkritiker, über den sogar ich mehr weiß als über eine Veronica Ferres wird vom Haribo-Mann auf die Bühne begleitet. Standing ovations – alle erwarten danach wie sehr sich der alte Mann in seiner Dankesrede geehrt fühlen wird.
Marcel Reichs Ranickis “Danksagung” und die damit verbundene Kritik auf Grund des Blödsinns der TV-Unterhaltung dürfte bekannt sein und unterstreicht zu 90% die Meinung des Volkes, wenn man sich die Kommentare im Internet anschaut. Die Tatsache, dass ein Literaturkritiker ohnehin da nichts verloren hat ist da vielleicht das kleinere Übel, wenn man in die unsymphatischen Visagen der Medienmenschen schaut welche versuchen, einen unglaubwürdigen Blick aufzusetzen.
Der Haribo-Mann bietet schleißlich verzweifelt eine Sendung an, wo man sich gemeinsam mit den Intendanten über die tragische Situation der TV-Welt unterhalten möchte. Heute wurde bekannt, dass die angepriesene Sondersendung eine halbstündige Aufzeichnung ist, wo Gottschalk, der ja für niveuvolles Fernsehen bekannt ist alleine mit Herrn Marcel Reich Raniciki das Thema ausdiskutieren wird.
Ehrlich gesagt hätte ich auch keine Lust drauf nochmals die Hintermänner der medialen Verblödung zu sehen. Diese werden so oder so durch eine große Mannschaft an Idioten (Atze Schröder, Pocher und Co.) bestens vertreten.
Wäre es nicht schön wenn es in naher Zukunft mehr Kritik gegen RTL und Konsorten geben würde? Ich würde mich dann sogar trauen den Fernseher regulär anzumachen! Selbst das Dasein meines Sat Recievers würde wieder einen Sinn ergeben. Tragisch – momentan muss er als Liegewiese für diverse Staubpartikel herhalten. Hoffen wir das Beste.
